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Ed Wohlfahrt

  • Mag. Ed Wohlfahrt ist selbstständiger PR-Berater in Klagenfurt (Österreich), Obmann des Vereins der Kärntner Freunde des Internets sowie Mitveranstalter der BarCamps Kärnten 2007 & 2008.

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  • Die 2007 gegründete Agentur Ed Wohlfahrt PR & Social Media bietet Expertise in den Bereichen Public Relations und Online PR, Corporate Social Media, digitales Reputations- management sowie Online Monitoring.

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Kärntenblog

Montag, 01. Dezember 08

Krisentipps: So werden Sie als Arbeitnehmer unersetzlich

Die Krise ging, wie hier dargestellt, bislang an mir vorbei. Nun frisch sensibilisiert hab ich mir ein wenig Gedanken gemacht, was die Wirtschaftskrise für Otto Normalabweichler bedeutet. Für Menschen, die beispielsweise bei Unternehmen angestellt sind und um ihren Job Angst fürchten müssen. Auch für sie ist Veränderung, in Wirklichkeit jedoch etwas damit in Verbindung stehendes angesagt: Veränderungskommunikation. Ja, ich denke Change-Communication darf nicht nur für große Unternehmen ein Thema sein. Es betrifft jeden einzelnen von uns und das doppelt und dreifach in Zeiten, in denen der Wind rauher weht. Nachfolgend ein paar Punkte, die mir spontan eingefallen sind. Die Liste ist beliebig erweiterbar. Bitte dies in Form von Kommentaren zu tun. Danke dafür schon jetzt!

1. Investieren Sie in sich selbst
Viele jammern derzeit. Dabei ist der einzige Mist, auf dem garantiert nichts wächst, der Pessimist. Klug ist, wer gerade jetzt in sich, in seine Ausbildung, in sein Know-how investiert. Spanisch lernen? Warum nicht! Wenn es dem beruflichen Fortkommen dienlich ist, wenn es einen näher ans Ziel heranbringt, machen!

2. Lernen Sie etwas Neues
Eine Software oder eine neue Fertigkeit. Sie wollten immer schon lernen, Videos zu schneiden oder wissen, wie RSS funktioniert? Jetzt ist die richtige Zeit dazu, den eigenen Horizont zu erweitern. Und alles was Sie zusätzlich "drauf" haben, macht Sie zum Auskenner und damit schwerer ersetzbar.

3. Führen Sie positive Gespräche
Jeder Mensch hat so seine Themen. Mit einem Schlossbesitzer über historische Bausubstanz, mit einem Landschaftsgärtner über Gartengestaltung oder mit einem Bauer über den aktuellen Getreidepreis zu sprechen, schafft en passant neues Wissen. Mit diesem Wissen machen Sie im Gespräch mit anderen deutlich, dass Sie dazu in der Lage sind, über den Tellerrand des eigenen Tuns zu blicken und sich auch in Bereichen auskennen, die ihnen andere nicht zugetraut haben. Solche Leute braucht man in der Krise mehr denn je!

4. Lernen Sie neue Menschen kennen
Steht in direkter Verbindung mit Punkt 3. Neue Menschen kennen zu lernen oder an bekannten Menschen neue Facetten zu entdecken, schafft alternative Zugänge und Wissen. Sich mit anderen zusammenzutun und sich mit ihnen online oder offline zu vernetzen, erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, relevante Infos schneller zu bekommen als jemand anderer. Je dichter Ihr Netz, desto mehr Halt ergibt sich daraus. Manager mit prall gefülltem Telefonbuch fallen in der Regel nach oben. Sie sind mit einem Wort zu gut vernetzt, sie haben einfach zu zu vielen Menschen Zugang, als dass man sie so ohne weiteres ziehen lassen könnte.

5. Profilieren Sie sich
Sie haben herausragendes Know-how, sie haben langjährige Erfahrung? Reden Sie darüber! In ihrem Bekanntenkreis ebenso wie beispielsweise in ihrem eigenen Online Tagebuch. Damit erhöhen Sie Ihre Sichtbarkeit und beginnen aus der Menge herauszuragen. Dadurch wird das, wofür Sie stehen, das, was Sie besondes gut können und auch das, was Sie von anderen unterscheidet auch online sichtbar. Unternehmen profitieren von Mitarbeitern, die über eine entsprechend hohe Online Reputation verfügen, da diese natürlich auch positiv auf das Unternehmen abstrahlt (warum immer bloß umgekehrt??!). Ein weiterer Grund dafür, dass sie an Bord bleiben!

6. Bleiben Sie in Bewegung
Sport Ist platt, ich weiß. Aber Menschen die dem Herbst und der Winterdepression ein Schnippchen schlagen, haben einfach mehr Spaß. Und zwar an allem. Spaß an dem was man tut, lässt sich weder verheilichen noch verstecken. Andere merken das, treffen sich gerne mit Ihnen und beginnen Sie als Diskussionspartner zu schätzen. Von Leuten, die den Kopf in der Krise nicht in den Sand stecken, die nach der Lösung suchen und nicht das Problem beweinen, trennt man sich weniger leicht als von mieselsüchtigen Arbeitskollegen, die immer schon wußten, dass einmal alles den Bach runter gehen wird.

7. Verbrennen Sie ihr Fernsehgerät
TV, so wie es die meisten Menschen - mir inklusive - benutzen, ist Gift. Es macht die Birne weich und unglückliche, dicke Menschen aus uns. Mein Tipp: Tauschen Sie den schicken Flachbildschirm gegen einen kleinen Schwarz-Weiss Kasten ein. Diesen stellen Sie dann in eine Ecke und einen Holzsessel - möglichst unbequem - davor. TV wird dann zu einem bewussten Akt. Gucken Sie mal auf die neudischen Blicke ihrer brainwashed Arbeitskollegen, wenn sie sagen, dass Sie nicht fernsehn. Die dadurch gewonnene Zeit investieren sie in Gespräche (Punkt 2. oder Punkt 3).

Man kann bestimmt noch 100 andere Dinge tun, um als Arbeitgeber entsprechend attraktiv zu bleiben. Ich freue mich über weitere Punkte, die uns dabei helfen, eine persönliche Krise erst gar nicht aufkommen zu lassen.

Update:: Titel geändert: So werden Sie als Arbeitgeber unersetzlich. Montag 17:01h

Innovation: Wann wenn nicht jetzt?!

Axel Wallrabenstein, PR-Manager und Geschäftsführer von Publicis Consultants brachte es auf Turi2.tv kürzlich auf den Punkt. Die PR-Branche kenne im Grunde genommen keine Krisenzeiten. Und um auf die Frage von Gerhard Brauckmann zu antworten: Für die Kärntner PR-Branche kann ich wohl nicht sprechen aber für mich gilt diese Aussage allemal. Warum? Weil ich versuche eben nicht das zu machen und anzubieten, was alle machen.

Ähnlich wie in der Politik (vor der Wahl ist nach der Wahl...) ist vor der Krise nach der Krise. Kommunikation wird in jedem Falle benötigt. Dass Kommunikation in Krisenzeiten nicht in der Art und Weise klappt, wie sie es könnte, wäre sie in "unverdächtigen Zeiten" entsprechend mitgedacht, wertgeschätzt oder dotiert worden, liegt auf der Hand. Aber lassen wir das. Ich bereite mich derzeit gerade auf zwei Keynotes in Loipersdorf und Salzburg vor, zu denen mich die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) eigeladen hat. Und da passt es gut, wenn ich auf Gerhard Brauckmanns Blog lese, dass die Krise ja im Grunde genommen schon wieder vorbei ist. Fein! Viel wichtiger für mich ist aber folgerder Satz: Schlechte Zeiten zwingen zur Innovation. Und hier bin ich bei Thema Social Media, hier bin ich beim Thema Online Tourismus und Online Kommunikation angekommen.

Wann wenn nicht jetzt in der Krise heißt es innovativ sein? Heißt es darüber nachzudenken vieles von dem, was man 20 Jahre lang so und zwar genau so gemacht hat, zu hinterfragen, und gegebenenfalls über Bord zu werfen? Schließlich kann man auch 20 Jahre etwas falsch gemacht haben. Ja ich kann jetzt sagen, es ist Krise bitte her mit dem Geld. So wie es aktuell viele Österreichische Bankinstitute tun. Ich muss hierbei unweigerlich an den Film "Let's make money" denken. Gewinne privatisieren, Verluste tunlichst auf alle verteilen. Hermann Scheer hat sowas von recht, wenn er von Beraubung der Allgemeinheit durch einige wenige spricht. Den Film unbedingt ansehen!

Ich kann natürlich auch sagen: Endlich ist Krise, da werfen wir schnell mal ein paar tausend Leute raus. Hatten wir eh schon lange vorgehabt. Was dabei viele vergessen: Damit geht auch Humankapital verloren, geht mitunter die Intelligenz eines Unternehmens den Bach runter. Und damit Know-how, das nach der Krise zu entsprechend höheren Kosten wieder zugekauft (eingestellt) werden muss. Ist doch total innovativ, zB darüber nachzudenken, wie Mitarbeiterführung in stürmischen Zeiten erfolgen sollte, oder? Die wenigsten tun das. Sie bauen lieber Stellen ab. Wer weiß, wann es dazu wieder die Möglichkeit gibt, das Krisengeschrei wieder ähhnliche Ausmaße erreicht haben wird?! Man kann das aber auch tun. Ganz leicht sogar. Man kann als Manager an seinen Führungsqualitäten arbeiten so wie ich das vor einigen Wochen hier bei Excellence Enhancement getan habe. Ich habe nicht Häuser gestaunt dabei sondern Berge und viel gelernt.

Über Althergebrachtes nachdenken, alte Zöpfe abschneiden. Das sollte ganz oben stehen auf den Todo-Listen der hochbezahlten Manager, die dann auf der Anklagebank sitzend ohnehin wieder sagen, "Na um alles kann ich mich dann auch nicht kümmern, dafür habe ich schließlich hoch bezahlte Mitarbeiter...", wie kürzlich gesehen beim HYPO-Prozess am Landesgericht Klagenfurt.

Nachdenken über Althergebrachtes lohnt aber auch in der Kommunikation.
Wenn Unternehmen nun erkennen müssen, dass ihre Kommunikaitonsnetzwerke doch nicht so tragfähig sind, wie sie dies lange Zeit geglaubt haben, na dann sollte man genau hier ansetzen und investieren. Um beim Beispiel Banken zu bleiben: Welche Bank hört schon zu? Welche Bank sucht schon das Gespräch? Antwort: Keine! Und das macht mich krank. Statt dessen werden von Callcenter-Agents Termine ausgemacht, die in Outlook-Postfächern von Kundenberatern landen, die in Wirklichkeit nichts anderes mehr sind als Roboter. Die Entmenschlichung wurde in diesem Falle auch in der Kommunikation dermaßen auf die Spitze getrieben, sodass am Ende des Tages ein Asset auf der Strecke bleibt, der für Banken, Geld- und Kreditinstitute als eines der Zentralsten angesehen weden darf: Kundenbindung bzw. Kundenloyalität. Was tun wenn die Netzwerke, über die Unternehmen mit ihren Dialogpartnern kommunizieren (sollten) nicht jene Tragfähigkeit aufweisen, die nötig wäre, für ein gedeihliches Miteinander? Na genau in diese Netze investieren! Nicht morgen, nicht nach der Krise sondern jetzt!

Meiner Meinung nach macht es also Sinn, in Krisenzeiten offenbar Alltägliches zu hinterfragen. Tun wir das, so können wir im Grunde gar nicht mehr jammern. Wir werden gar keine Zeit mehr dazu haben, weil wir nachdenken, anpassen und lernen. Tun wir das, ist der erste Schritt aus der Krise bereits getan. Und der erste Schritt ist bekanntlich immer der wichtigste.

Danke für den Stoff zum Nachdenken über die Berge nach Utting am Ammersee!

Donnerstag, 27. November 08

Pressearbeit im Zeitalter eierlegender Wollmilchsäue

Kommt der ORF oder kommt er nicht? Diese bange Frage stellen sich in Österreich viele Pressereferenten und PR Arbeiter vor Beginn der Pressekonferenz. Ich war sogar schon mal dabei, als ein Politiker die bereits begonnene Pressekonferenz kurzerhand stoppte und mit seinem Sermon noch einmal von vorne begann, als das Kamerateam vom ORF mit 15 Minuten Verspätung eintraf. Die anwesenden Hörfunk- und Printjournalisten waren darüber weniger amused. Aber der ORF ist schließlich der ORF, die noch immer wichtigste Medienorgel des Landes. Bist du hier im Bilde, sehen es wirklich alle. Die PR-Maßnahme, das Pseudo-Event Pressekonferenz und damit der Job des pressearbeitenden PR-Menschen war erfolgreich. So einfach ist das. In Zukunft wird der ORF wohl selten kommen. Sparen ist angesagt.

Wie ich hier lese überlegt der ORF nun den Einsatz eierlegender Wollmilchsäue um so Personal und damit Kosten zu sparen. Waren die Teams des ORF bei Pressekonfernezen und dergleichen früher zu dritt vor Ort (Redakteur, Kameramann und Kameraassistent) könnte man sehr bald auf Einpersonenbetrieb umschalten. In Anlehnung an DJ's, die das Partyvolk am Dancefloor in Stimmung bringen, sollen beim ORF nun VJ's zum Einsatz kommen. Ihre Jobdescription lautet schlicht und ergreifend, das tun was vorher drei gemacht haben und das eingesammelte Material zurück in der Redaktion fix fertig zu cutten. Wird schon irgendwie gehen, wetten?! In Zeiten wie diesen wird sich doch wohl kein Mensch ernsthaft über die Maßnahme aufregen. Und außerdem: Kämpfen nicht auch die Printmedien mit hohen Kosten, Rückgängen im Anzeigengeschäft und sich abwendenden Medienkonsumenten?

Was aber haben ausgedünnte Redaktionen, die immer seltener die Zeit für eine ordentliche Recherche haben und statt dessen viel lieber Herrn Google fragen, was haben Einmann-Videojournalisten, die es nun offensichtlich bald beim Österreichischen Rundfunk geben wird mit der Kommunikation von Unternehmen zu tun? Sehr viel wie ich meine.

Die Pressearbeit, das aktive Anbieten von Geschichten und professionell aufbereitetem Material bleibt wichtig und wird in seiner Bedeutung wohl zunehmen. Klar, wenn Journalisten zu Infobrokern mutieren, die kaum mehr die Zeit für ein (Hintergrund-) Gespräch vor Ort haben, die alles quadratisch, praktisch, mundgerecht und vor allem schnell haben wollen, muss sich das Unternehmen in seinen Kommunikationsanstrengungen anpassen. Mehr als das. Es muss sich neu denken, es muss in weiterer Folge neue Distributionskanäle für neue Inhalte aufmachen, um die steigende Nachfrage der Medien entsprechend befriedigen zu können. Und wenn dann eines Tages einmal auch der VJ ausbleibt, na dann drehen wir unsere Videos halt im Notfall selber - ein Umstand den die PR-Banche nicht erst seit der Bewegtbildstudie verinnerlicht haben sollten - und stellen diese Inhalte so bereit, wie wir heute Presseaussendungen bereitstellen. Für die bequemen unter unserer journalistischen Dialogpartner sogar (noch) per Fax.

Vielleicht hat das Sparen des ORF aber auch andere Gründe. Hartnäckig hät sich in ORF-Kreisen das Gerücht, einer der beiden Kanäle (ORF 1 oder 2) könnte zu Geld gemacht und verkauft werden. Und eine Braut, die infolge massiv reduzierter Personalkosten annähernd schwarze Zahlen schreibt, macht sich allemal besser als ein defizitäres Unternehmen dem die Werbekunden wegbrechen. Was wohl ORF Stiftungsrats-Chef Klaus Pekarek von einer solcherart behübschten Braut halten würde? Ob er am Ende selbst kaufen will? Sein Eintreten für eine Teilprivatisierung des ORF kann sicher auch so verstanden werden. Von Schelmen natürlich nur.

Donnerstag, 20. November 08

Twollow: Online Relations ganz easy

Vor wenigen Tagen fand ich diese Statistik. Sie zeigt, wovor sich Unternehmen Online am meisten fürchten bzw. was sie davon abhält sich am Online Dialog mit ihren Stakeholdern aktiv zu beteiligen.

Angst Studie FH Köln

Quelle: WebKnow Studie 2008 der FH Köln


Nun ist die Angst das eine, die Realität das andere. Wie kann diese Realität aussehen? Ich würde sagen, genau so, wie die Befürchtungen aussehen. Aber die Realität findet statt, egal ob man Angst hat oder nicht. Nicht zu vergessen ist aber auch die Möglichkeit, dass sich Stakeholder online positiv (!) zu Wort melden, an die ich noch nie einen einzigen Gedanken verschwendet habe. Von denen ich als Unternehmen nicht einmal weiß, dass ich sie habe. Fans zum Beispiel, Tippgeber, Kontributoren, Auskenner, etc. Leue die das interessiert was ich mache, die darüber vielleicht sogar mehr wissen, wie ich selbst, die beitragen können und vor allem wollen. Passion based audiences mit einem Wort.

Die Frage, wie ich a) davon erfahre b) mit diesen Stakeholdern in Kontakt trete und mit ihnen c) in einen Dialog auf Augenhöhe trete, sind einige zentrale Themen der Weiterentwicklung klassischer Public Relations, die unter den Begriffen onlinePR, PR 2.0, Cluetrain PR oder newPR daherkommt.

Über den Micro-Blogging Kanal Twitter (Was ist Twitter?) können findige Kommunikatoren nun beide Situationen auf einmal gebacken kriegen. Über Twollow kann ich Begriffe eingeben (Firmennamen, Produktnamen, etc.) und beobachten lassen. Sobald irgendwo auf der Welt in einer Twitter Meldung betreffendes Schlagwort auftaucht, wird der Absender dieser Botschaft automatisch zu meiner Kontaktliste hinzugefügt. Wie gesagt, zwei Fliegen (Beobachtung und Beziehungsaufbau) mit einer Klappe.

Twollow onlinePR Ed Wohlfahrt

Wobei es richtigerweise ja zweimal um Beobachtung geht. Einmal um Monitoring, das zweite mal darum, mehr von einem für mich offensichtlich relevanten Dialogpartner zu erfahren. Insofern ist "Beziehungsaufbau" wohl etwas zu dick aufgetragen. Zum Aufbau und zum Halten von Beziehungen braucht es wesentlich mehr als das Hinzufügen von "Freunden" oder "Followern". Unter anderem echte Gespräche, nicht zuletzt im echten Leben, sinnvolle d.h. für beide Seiten werthaltige Inhalte und vieles andere mehr. Dafür bietet Twollow dann doch nur ein Sprungbrett. Dieses sinnvoll einzusetzen erscheint jedoch sinnvoll.

Via: OpenSourcePR (wo es auch ein Twollow-Video gibt)
Mehr zum Twitter und seiner Bedeutung für die Organsiationskommunikation:

Tweetbeep: "Google Alert" für Twitter
Empfindungen checken mit Summize
What's hot? Twitter gibt Auskunft

Mittwoch, 19. November 08

Haben PR-Kampagnen ausgedient?

"Web 2.0: Große PR-Kampagnen sind überflüssig geworden" so steht es im von mir sehr geschätzten Newsletter des PR-Journals (das irgendwie keiner zu lesen scheint, warum gibt es hierzu noch immer keine Kommentare??!). Kein Fragezeichen, kein entschärfender Untertitel. Einfach so. Man könnte denken, dass dies einfach so hingeschrieben wurde, wie es gemeint ist. Hm... Im Artikel selbst wird dann auch Markus Hübner von Brandflow zitiert. Wie ich gerade über Twitter von ihm höre, leider nur nicht richtig. Ja, das soll vorkommen. Ist aber gut, dass ich das jetzt weiß: Das Zitat lautet:

"Kein anderer Kommunikationskanal ist derzeit so zeitnah wie das Web 2.0. Große PR-Kampagnen sind dadurch überflüssig geworden. Wer heute ein bestimmtes Thema verbreiten will, kann dies innerhalb kürzester Zeit sehr effektiv und kostengünstig im Web tun und erzielt dabei sogar ein weltweites Echo"


das ist verkürzt. Gemeingefährlich würde ich sagen. Markus' unverkürzte Aussage lautet nämlich

"Kein anderer Kommunikationskanal ist derzeit so zeitnah wie das Web 2.0. Große PR-Kampagnen im klassischen Sinn sind dadurch überflüssig geworden. Wer heute ein bestimmtes Thema verbreiten will, kann dies innerhalb kürzester Zeit sehr effektiv und kostengünstig im Web tun und erzielt dabei sogar ein weltweites Echo"


und damit kann ich ja schon mal viel besser leben wie mit der verkürzten Fassung. Sauer stößt mir bei dem Interview, oder sagen wir es so, beim darüber verfassten Artikel auf, dass Social Media hier meiner Meinung nach als Transportkanal in eine Richtung dargestellt werden. So nach dem Motto: Firmen können sich sozialer Medien dafür zunutze machen, ihre oder ihnen als genehm erscheinende Themen zu verbreiten. Und mich kotzt an, wenn Firmen genau dies tun. Die haben nämlich so rein gar nichts verstanden, meinen aber, dass sie voll trendy mit dabei sind im sozialen Web. In diese Richtung beispielsweise lese ich folgende Aussage:

"Das Web 2.0 ist eine Form der vernetzten Kommunikation, die sich ideal dafür eignet, Themen und Inhalte schnell und effizient zu verbreiten"


Das ist natürlich richtig. Meiner Meinung nach aber brandgefährlich, da hiermit auf Seiten der klassischen Agentur-Denker schnell der Eindruck entstehen könnte, das ganze Social Web Vehikel eh schon wieder verstanden zu haben. Pitsch-Patsch! Weiter zum Tagesgeschäft! Das Gegenteil ist der Fall. Und ich vertrete nach wie vor die Ansicht, dass viele Agenturen die durch Social Media entstandene neue Kommunikationsumgebung und die für sie daraus erwachsenen neuen Aufgabenstellungen noch nicht annähernd begriffen haben.

Aber zurück zum vollständigen Zitat und zur Frage, ob PR-Kampagnen im kassischen Sinne durch Social Media wirklich außer Mode gekommen sind. Es ist natürlich fetzig, so zu argumentieren. Aber ist hier nicht der Wunsch Vater des Gedankens?

Ich danke, dass heute und auch weiterhin Milliardenbeträge in Public Relations Maßnahmen gepumpt werden. Warum? Weil PR als Dienstleistung nachgefragt wird, es dafür also einen Markt gibt. Neues Internet hin oder her. Wie nachhaltig PR handelt, wie sehr oder besser wie wenig sie mit ihren Botschaften integrierend hadelt, wenn sie den neuen Rahmen in dem sie heute mit Dialogpatnern interagieren soll, so wenig mitdenkt, ist eine andere Sache.

Ich denke, dass PR Kampagnen bzw. PR Kampagnen im klassischen Sinne nach wie vor ihre Berechtigung haben und auch weiterhin haben werden. Ja, wir leben in vernetzten Zeiten aber fragen wir uns doch hin und wieder auch mal, in welcher Zeit viele unserer Dialogpartner leben. Mir tut das manchmal sehr gut und schärft meine Sinne.

Klar redet der PR-Manager heute nicht mehr "nur" mit Journalisten. Die Akteure, die Ansprech- und Dialogpartner strategischer Kommunikation (oftmals Desinformation...) haben sich diversifiziert und wollen dennoch oder gerade deshalb! individuell adressiert werden. Und wenn mir jemand erzählt, Social Media Releases wären in erster Line für Journalisten gedacht, den muss ich sowieso auslachen. Aber schauen wir uns diesen, für die klassische PR so überaus wichtigen Stakeholder, den Journalisten, einmal genauer an. Wenn wir das nämlich tun, werden wir erkennen, dass große PR-Kampagnen 2008/2009 längst nicht ausgedient haben. Noch nicht.


Freitag, 07. November 08

PR mit User generierten Inhalten überfordert

Ich klicke mich gerade durch die Leipziger Bewegtbildstudie 2008, die die Universität Leipzig für die dpa-Tochter News Aktuell durchgeführt hat. Die Studie fragte bei rund 2.000 Top-Entscheidern aus Journalismus und PR nach, wie es denn bei ihnen mit dem Thema Bewegtbild, sprich Video aussieht, ob und wie es genutzt und eingesetzt wird, ob man es als wichtig erachtet, etc. Ein großes Fazit der Studie, die von Prof. Ansgar Zerfaß miterstellt wurde, ist, dass die Public Relations Branche am Auge des Bewegtbildes von Ausnahmen abgesehen ziemlich blind wäre. Auch verkenne die PR die Bedeutung, die Bewegtbilder bei ihren oft wichtigsten Dialogpartnern, den Journalisten bereits hat. So weit so gut. Für mich ist dieses Folie aber die mit Abstand Wichtigste.

Bewegtbild Studie 2008

Nun was ist dazu zu sagen? Die PR ist ja angeblich im Wandel. Dies unter anderem deshalb, weil sich Kommunikationsprozesse nicht mehr länger in gewohntem Ausmaß steuern lassen. Mehr und mehr greift diese Erkenntnis auch in der Branche. Schwierig ist hierbei allerdings der Umstand, dass es gerade dieses Steuern des Informations- und Kommunikationsflusses ist, das PR-Agenturen nicht nur als ihren Job sondern gleichzeitig auch als wichtigsten Grund dafür sehen, warum es sie gibt. Der PR-Heini als klassischer Schleusen-Wärter, der zwischen dem Unternehmen und seinen Teilöffentlichkeiten steht und sagt: "Kommunikation ja gerne! Aber bitte nur solange wir das wollen". Und genau dieses Modell ist heute eben nicht mehr tragbar, es hat sich überlebt, röchelt noch ein wenig und wird bald völlig ex gehen. Zu viele Dialogpartner, zu viel Internetanschlüsse, zu einfach das Publizieren über welche Kanäle auch immer. Eine Realität, der sich auch die Schlachtschiffe der strategischen Kommunikation und des Lobbyings nicht länger verschließen können.

Zurück zur Studie und zum oben gezeigten Slide. Inhalte die von Nutzern stammen, waren im Medienbetrieb einige Zeit lang ein heikles Thema. Die Debatte über Rechte und Qualität und - gähn! - darüber, ob Blogger jetzt Journalisten sind oder nicht, stand lange - viel zu lange wie ich meine - im Zentrum der Auseinandersetzung und verdeckte die Tatsache, dass es diese, von Usern generierten Inhalte (zu Neudeusch: User generated Content = UGC) einfach gibt, dass sie einfach da sind, erstellt werden, jeden Tag von einer immer größer werdenden Usergemeinde, die sich von Medienkonsumenten zu Medienproduzenten verwandeln. Dann gingen Redaktionen dazu über, Inhalte von ihren Hörern und Lesern mit hereinzunehmen und - ja! - für sich nutzbar zu machen. Da gibt es dann Uservideos, oder eben Bilder, die es manchmal sogar bis in die Zeitung schaffen. Wer hätte das gedacht, dass es einmal eine Zeitung geben wird, die zu 100 Prozent von Usern gemacht wird und dennoch zwemal die Woche gratis im Postkasten steckt? Gibt es nicht? Gibt es schon, im deutschen Gießen!

Die Studie zeigt auf, dass Journalisten User generierte Inhalte in stärkerem Ausmaß nachfragen, als PR-Agenturen diese bereitzustellen in der Lage sind. Aber sollte man hier nicht noch einen Schritt zurück gehen? Ich denke ja und stelle die Frage, ob sich PR-Agenturen der Bedeutung von User generierten Inhalten - die ihre Rolle ja in Frage stellen - überhaupt ausreichend im Klaren sind? Und genau diese Frage möchte ich diskutieren. Sind sich Agenturen darüber im Klaren, was gerade passiert oder blocken sie es nicht viel lieber nur ab, da es sie in Wirklichkeit ja unter Druck bringt? Dies natürlich nur dann, wenn sie sich an die Rolle des Informations-Türstehers klammern, der bestimmt, wer, wann, was über welchen Kanal zu hören bekommen oder sagen darf.

Die Diskussion und die Nachfrage User generierter Inhalte rüttelt meiner Meinung nach am Selbstveständnis der ganzen PR-Branche. Und Erschütterungen sind das Letzte, das man in wirtschaftlich schwierigen Zeiten braucht, oder? Für mich belegt die oben gezeigt Folie klar und deutlich, dass sich die Rolle von PR im Wandel befindet. In einem Wandel, der sich nicht länger wegdiskutieren, beschönigen oder gar umkehren lässt.

Der einzelne PR-Treibende hat sich heute als Ermöglicher kommunikativer Prozesse zu begreifen und seine Türsteher-Mentaltität grundlegend zu überdenken (Motto: "Stellen Sie die gewünschten Inhalte bereit und gehen Sie dann aus dem Weg!") Solange dies nicht passiert, wird PR am Markt - oder noch viel schlimmer: an den Realitäten des Marktes - vorbeikommunizieren und wichtige Dialogpartner nicht in jener Qualität ansprechen können, wie sie es vielleicht hätten. Über das Thema Glaubwürdigkeit von PR reden wir ein ander Mal!

Bewegtbildstudie als Download:Download Bewegtbildstudie2008-Ergebnisbericht-UniLeipzig.pdf

Weitere Stimmen zur Studie aus dem Netz:
PR-Blogger Klaus Eck
Das Meinungsmacher-Blog
Media Coffee Blog

Und wer bis jetzt durchgehalten hat kriegt Bewegtbild :)


Donnerstag, 06. November 08

Buchempfehlung 2.0

"Ja, haben wir. Können Sie gleich abholen", sagte die freundliche Dame der Buchhandlung meiner Wahl auf meine Frage ob sie dieses Buch hier hätten.Wie ich dazu kam? Ein Podcast erzählt mir von einem Video. Ich hörte so erstmal also nur ins Video rein ohne es zu sehen. Das reichte mir aber, einem Freund davon zu erzählen, der mir sagte. Das mit dem Gott, der die Erde in sieben Tagen schafft, finde ich total witzig, geh schick mir das Video doch weiter. Gasagt getan. Und wenn ich das Video schon weiterschicke, kann ich es mir selbst ansehen auch gleich. Ach ja, und zwei anderen Leuten aus meinem Bekanntenkreis weiterschicken. So werden Entscheidungen getroffen und wandern Bücher über die Ladentheke. Sehr klever aber so weit weg von der Realität..? Überhaupt nicht!




Das Blog zum Buch

Online PR der Marke Tesla Motors

Finde auf Pressetext gerade ein hoch spannendes Beispiel zum derzeit stattfindenden Wandel im Bereich der Unternehmenskommunikation. Wandel, der nicht zuletzt durch die Veränderungen im Mediensystem (Stichwort: Social Media) befeuert wird. Durch den sagenhaften Speed, mit dem sich Informationen heute verbreiten, egal ob sie nun von Quellen innerhalb oder außerhalb des Unternehmens kommen, geraten Unternehmen unter Druck. Wie sie darauf reagieren? Unter anderem durch den Einsatz von Tools, die die Geschwindigkeit ja unter anderem bewirkt haben: Social Media!

Flickr Fragments of Eternity

Quelle Flickr / Fragments of Eternity

Aber nun der Reihe nach. Die Konjunktur will ja nicht so richtig derzeit. So manches Unternehmen sieht sich dazu genötigt, Arbeitsplätze abzubauen. Nun, wenn das der Gemischtwarenladen um die Ecke ist, kratzt das mal niemanden so wirklich. Wenn aber Tesla Motors in Kalifornien daran denkt, Jobs abzubauen, dann rauscht es kräftig im Blätterwald der Bay Area. Aber eben nicht nur dort!

Tesla ist der Ferrari unter den Elektroautos und eine High-Tech Schmiede, die mit ihren Produkten weltweit für Aufsehen sorgt. Das Unternehmen bringt Speed ohne Reue mit sauberer Umwelt zusammen, liegt damit voll im Trend und rockte ergo in der Bloggosphere so richtig ab. Dazu muss man wissen, dass die Higtechszene Kaliforniens natürlich auch ihre eigenen Online und Offline Medien hervorgebracht hat, die die wichtigsten Unternehmen - und Tesla gehört zweifellos dazu - laufend beobachten und begleiten.

Irgendwie drang nach außen, dass Tesla daran denkt, Jobs abzubauen. So "irgendwie", wie Dinge aus dem Inneren von Unternehmen halt immer wieder nach außen dringen... Die Folge daraus war, dass einige der Hightech-Blogs mit Spekulationen begannen und diese rasch auch in gedruckter Form auftauchten. Was also tun? Elon Musk, der CEO von Tesla, entschloss sich zu einem Blogpost und zeigte Flagge. Er erklärt darin die wirtschaftliche Situation, in der sich das Unternehmen befindet ebenso, wie die Gründe hinter dem Jobabbau.

One of the steps I will be taking is raising the performance bar at Tesla to a very high level, which will result in a modest reduction in near term headcount (...) There will also be some headcount reduction due to consolidation of operations. In anticipation of moving vehicle engineering to our new HQ in San Jose, we are ramping down and will close our Rochester Hills office near Detroit. Good communication, tightly knit engineering and a common company culture are of paramount importance as Tesla grows.

Ich finde es interessant und konsequenz zugleich, dass sich der Tesla CEO in seiner Kommunikation jener Medien bedient, die mit dazu beigetragen haben, dass er eigentlich in dieser Form unter Druck geriet.

Was ich weniger gut finde: Laut meiner Quelle veröffentlichte Tesla den Blogpost bevor man mit den betroffenen MitarbeiterInnen sprechen konnte. Das ist in der internen Kommunikation online wie offline das Nono schlechthin, würde ich einmal meinen. Der Chef rechtfertigte dieses Schritt damit, dass alles schnell gehen musste, da der äußere Druck von Medien und Bürgerjournalisten bereits zu groß war. Hm... Das wurde er sicher viel zu schnell aber so schnell wahrscheinlich auch wieder nicht. Soviel Zeit, die eigenen (!) Mitarbeiter zu informieren, sollte es doch immer geben, oder?

Noch einige andere Aspekte, die aus der Pressetext-Meldung hervorgehen: In schwierigen Zeiten hätte Unternehmen zwei Möglichkeiten: Entweder sie beschränken sich in ihrer Kommunikation auf Presseaussendung und in weiterer Folge darauf, dass ihre schlechten Nachrichten von anderen verbreitet werden oder sie kommunizieren frank und frei über die eigenen Kanäle und sorgen so dafür, dass sie zumindest im ersten Schritt ihre Sicht der Dinge und das möglichst ungefiltert transportieren können. Ist eine schöne Möglichkeit, mal ganz egoistisch gedacht.

Der klassische Fall sieht so aus, dass eine Presseaussendung verfasst oder zu einem Pressegespräch eingeladen wird. Ist die Botschaft mal draußen, der Pfeil quasi abgeschossen, habe ich keine Möglichkeit mehr, auf bestimmte Aspekte besonders einzugehen oder komplexe Dinge so zu erklären, dass ich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch verstanden werde. Diese Möglichkeit habe ich in einem Blogpost oder einer Video-Message schon viel eher. Diese Denke setzt sich bei US-amerikanischen Firmen mehr und mehr durch und wird wohl nicht mehr lange benötigen um auch hierzulande Platz zu greifen.

Ein weiterer Vorteil der Nutzung eigener Kanäle besteht natürlich auch darin, dass online Gespräche damit gebündelt werden können. Klar werden Unternehmen von internen und externen Dialoggruppen auch auf anderen Internet-Plattformen diskutiert, ein Bericht über ein Unternehmen am Online-Portal einer Zeitung und die daran angeschlossene Kommentarfunktion genügen dafür. Trotzdem ergeben sich für die Unternehmenskommunikation auch Vorteile daraus, dass eigene Kanäle aufgebaut und darüber kommuniziert wird. Dies deshalb, weil sich die daran anknüpfenden Gespräche dann eben vor allem am Firmenblog oder am Videostream der Firma abspielen statt anderswo. Auch dies lehrt uns das Beispiel Tesla.

via: Pressetext.at

Freitag, 31. Oktober 08

Tourismus: Gästeehrung mal ganz anders

Ich hab im Grunde ja keine Ahnung welche Geschenke es bei Gästeehrungen gibt. Ihr wisst schon: Wenn Rolf und Ulla Meinecke schon seit 35 Jahren in den selben Ort Urlaub machen und in dieser Zeit vier Vermieterfamilien verbraucht, sieben Umbauten des Beherbergers mitgemacht haben und die letzten drei Bürgermeister mit Vornamen ansprechen. Dann wird geehrt und der Regionsmanager sagt danke für die langjährige Treue. Wenn jemand weiß, was hier überreicht wird, dann bitte um Information. Ich glaube es gibt neben stolzgeschwellten Brüsten und feuchten Augen auch noch Blumen, was zu Naschen, einen Schnaps und die Musikkapelle spielt einen zünftigen Marsch. Alles steht unter dem gefühlsschwangeren Motto: Wer weiß wie lange die noch kommen, sind ja schon alle weit über 70...

Ed Wohlfahrt OPI

Jetzt aber gibt es etwas Neues. Ein Geschenk für die Gästeehrung 2.0 sozusagen. Es ist innovativ, witzig, hat einen Bezug zur Region und ist auch sehr dekorativ. Gesehen hab ich es vor zwei Wochen auf der Blickfang 08, der Designmesse für Möbel, Schmuck und Mode im Wiener MAK. Ich habe dort Hannes Walter, einen der beiden Gründer hinter der Fluid Forms Walter & Williams OG getroffen und ein wenig mit ihm geplaudert.

Bild 3

In seinem Webshop kann man einen Ortsnamen eingeben, der auf einer Google-Map angezeigt wird.Dann fräst Fluid Forms das Geländeprofil aus einem sehr dekorativen Stück Holz und fertig ist ein Andenken, das in Wirklichkeit ein sehr schöner Anker oder Reminder an jenen Ort ist, an dem man die schönste Zeit des Jahres verbracht hat oder wider verbringen will. Keine Ahnung... So wie Fluid Forms das fertige Produkt darstellt, also beispielsweise als Aufbewahrungsteil für Obst, weiß ich nicht ob die es als für Gästeehrungen kompartibel sehen. Ich fände es hierfür geradezu optimal und würde es mir sofort aufhängen oder irgendwo hinstellen.

Bild 4

Einen Blog gibt es natürlich auch. Gehört doch schon fast zur Standardausstattung innovativer Unternehmen, wie ich auf der Blickfang08 gemerkt habe.

Katholische Bischöfe entdecken das Web

"The voice of the Divine Word must resonate over the radio, on Internet channels with virtual distribution (and by) CDs, DVDs and iPods, and on television and cinema screens."

Unter diesem Motto möchte eine nicht näher genannte Gruppe Römisch katholischer Bischöfe dafür sorgen, dass das Wort Gottes in entsprechend modifizierter Form an die Frau und an den Mann gebracht wird. Die Idee ist alles andere als schlecht. Wenn man sich aber ansieht, mit welche modernen Methoden sich andere Religionsgemeinschaften in der Internetgemeinde Gehör verschaffen, muten die Versuche der katholischen Kirche schon ein wenig altbacken an. Andererseits zeigt das Beispiel, dass sich selbst jahrtausendealte Institutionen zunehmend gefordert sehen, das gelobte (Kommunikations-)  Land Internet zu bewirtschaften und damit zu erschließen.

Gott Kirche Bibel  Aber auch hier wird deutlich, dass Innovation nicht selten an der Peripherie geschieht und sich im Grunde genommen nicht aufhalten lässt. So ist Pfarrer Hans Spiegel aus Bischofshofen mit seinem Tagebuch eines Pfarrers Podcast schon ein ganzes Weilchen erfolgreich am Markt vertreten. Unter anderem selbst verständlich auch im iTunes-Store von Apple (Was ist iTunes?). Wo die Menge nach religiösen Inhalten für das mobile Endgerät sucht, kann man nicht falsch liegen. Auch der Islam ist auf iTunes vertreten und mit einem deutschsprachigen Angebot am Puls des Islam bzw. an jemen der Zeit. Was die können, das können die Kapuziner aber schon lange. Das Kapuziner.tv wartet nicht erst bis sich die alten Herren in Rom den Schlaf aus den Augen reiben sonder schleusen schon jetzt ihre bewegten Bilder in kollektive Gedächtnis der entsprechenden Micro-Interessensgemeinschaften. Das macht Sinn, auch wenn es nicht die Masse anspricht. Aber müssen Gespräche überhaupt immer die Masse als Adressat haben? Alex Wunschel führte vor einiger Zeit ein Gespräch mit Bruder Paulus Terwitte (seine Homepage unbedingt ansehen!), dem Berufungspatoralbeauftragten des Kapuzinerkloster Dieburg. Der Mann fackelt nicht lang herum und kommuniziert statt von der Kanzel herunter schon längst online und auf Augenhöhe. Auch das ist Kirche. Nur nicht die altbackener Kuttenbrunzer *sorry* sondern die eines modernen Zuschnittes.

Ja Innovation vollzieht sich nicht selten am Rande von Systemen. Aber schauen wir doch mal nach Rom. Vatikan-TV und Radio sind doch in Wirklichkeit alte Hüte. Wer wusste, dass der Papst himself auf Twitter zugegen ist? Oder sagen wir es so, er testet hier noch ein wenig :) Und wem das nicht genügt, der kann immer noch beim Chef selbst anklopfen.

Lieber Gott auf Twitter

Donnerstag, 30. Oktober 08

123People goes USA

Bild 1

Die Suchmaschine für personenbezogene Daten setzt zum Sprung über den großen Teich an. Seit gestern ist man mit der Suchmaschine, die im Internet frei verfügbare Personendaten aggregiert, bündelt und zentral abrufbar macht, in den USA online. Mal sehn ob das Teil in den USA auch so abrocken wird wie hierzulande. Einige Leute blickten beim Ego-Surfing ja ganz schön dumm aus der Wäsche, nachdem sie sahen, was 123people.at über sie und andere so alles ausspuckte. Mir inklusive übrigens. Ein Raunen ging durchs Land und das Thema Online Reputation bzw. das Management derselben kam - gottseidank! - wieder mal auf die Agenda. Höchste Zeit!

Ich bin mit dem was 123people macht nicht unumschränkt happy und behalte gerne im Auge, was hier so alles über mich geschrieben steht. Auch die Darstellung der Tag-Cloud ist so eine Sache. Ich hab hier mal ein paar Gedanken dazu gehabt. Ein RSS-Feed würde es mir natürlich maßgeblich erleichtern, den Überglick zu bewahren. Der Toolbar für 123people am Firefox kann außer Suchen derzeit nämlich noch herzlich wenig.

Andererseits gibt der Erfolg dem Startup mit Wiener Wurzeln recht. Laut CEO Russell Perry, dem CEO steigen die Nutzerzahlen Woche für Woche um 10 Prozent. Soviel zu den Leuten die sagen "Nein wirklich, ich habe mich noch nieeee selbst geggoogelt..." Und noch etwas: Gäbe es 123people nicht, wüßte ich immer noch nicht, dass ich am 5. September auf der Seite der Salzburger Nachrichten zitiert wurde :)

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Tweetbeep: "Google Alert" für Twitter

Manchmal wundere ich mich darüber, dass große Marken Online so gar nicht zuhören. Dabei geht das mit RSS, Technorati, Google-Alerts & Co auch für Laien heutzutage so einfach wie noch nie. Was passiert, wenn man Online stattfindenden Gesprächen nicht zuhört, zeigt sich zB auf Photoshop Desaster, wo ein namhafter Hersteller von Fruchtsäften tagelang diskutiert wird, und niemand nimmt davon Notiz.

Mit Tweetbeep, gibt es jetzt einen - zumindest für mich - neuen Dienst, der Unternehmen dabei hilft, den Überblick über das Gezwitscher am Micro-Blogging Dienst No 1, Twitter, zu behalten (Was ist Twitter?).

Tweetbeep

Das geht mit einigen wenigen Klicks, die niemanden überfordern sollten. Besonders praktisch: Man kann Tweetbeep sowohl auf Schlagworte (Firmen Namen, Konkurrenz, Produktnamen) als auch auf gepostete URL's ansetze.

EMonitoring

Auch via Snurl oder TinyURL verkürzte URL's werden mitberücksichtigt. Das ganze kommt dann je nach dem täglich oder wöchentlich via eMail ins Postfach, so wie es viele schon von Google Alerts her kennen.

Ed Wohlfahrt Tweetbeep

Ich sagte ja: Es war noch nie so einfach den Überblick zu bewahren. Wichtig für die Reputation. Wichtig aber natürlich auch für den Einstieg in die Kommunikation mit Online Dialogpartnern. Schließlich weiß man nie, was, wo, von wem als nächstes diskutiert wird...

Barack Obama: Machte Social Media den Unterschied?

Ich lehne mich wahrscheinlich nicht allzu weit hinaus, wenn ich glaube, dass Barack Obama das Rennen um das Weisse Haus für sich entschieden hat. Die Demokraten stehen in beiden Häusern (Senat und Repräsentantenhaus) vor einem Erdrutschsieg. Was mich interessiert und während der letzten Monate immer wieder stutzig machte, war der hohe Level an Mobilisierung, den Barack Obamas Kampagne im Internet erzeugen konnte.

Ein Umstand, der umso wichtiger ist, wenn man bedenkt , dass es in den USA eigentlich keine Parteiapparate gibt und dass Präsidentschaftswahlkämpfe in Wirklichkeit nichts anderes sind als riesige Mobilisierungskampagnen. Obama hat sich gegenüber Hillary Clinton durchgesetzt, die mit ihrer Kampagne in Sachen Social Media ja auch nicht gerade schwach aufgestellt war. Sein Konkurrent John McCain hebelte Social Media Schwergewichte wie beispielsweise Mitt Romney oder Mike Huckabee aus, die das Social Web massiv, eigentlich in noch nie gekanntem Ausmaß für sich genutzt haben. Was mir an all diesen Kampagnen so positiv auffiel: Es stand dabei überwiegend der Dialog, die Mobilisierung, das Gespräch im Vordergrund, weniger das aus unseren Breiten sattsam Bekannte Polit-Schema, mit dem Social Web bloß einen zusätzlichen Kanal zu "bespielen".

Zurück zu Barack Obama. Es ist schlicht unglaublich zu sehen, wer über Social Media auf YouTube & Co alles in den Chor des "Yes we can!" einstimmt. Das ist längst nicht mehr  gesteuert oder stammt von gewiften PR-Agenturen. Das ist längst komplett aus dem Ruder gelaufen, hat sich verselbstständigt zu einer flächigen Kampagne ausgewachsen, die sich aus den Stimmen vieler Millionen Einzelakteure zusammensetzt, die so einzeln aber gar nicht sind! Das war es meiner Meinung nach, das Barack Obamas Online Kampagne in Wirklichkeit ausgezeichnete und von jenen seiner Gegner qualitativ abhob. Die Kampagne als große Klammer, die den Einzelnen nicht nur Stimme sondern vor allem auch das Gefühl gibt, dazu zu gehören, mitzuwirken an der Veränderung, live dabei sein zu dürfen. Obama machte über Social Media möglich, was ein riesen Thema für viel von uns ist. Teilhabe.

Yes We Can Ein Beispiel: Stacy Beyer schreibt mich auf Facebook an. Sie hat ein für Barack Obama ein MusikVideo gedreht und es auf YouTube veröffentlicht. Sie möchte, dass das Video um die Welt geht. Das Video tropft vor Schmelz und Pathos - und wird es deshalb vielleicht doch nicht um die Welt schaffen... - aber es ist ein weiter Beitrag zum Gelingen eines Gesamtkunstwerkes. Nicht mehr und nicht weniger. Wie viele Jugendliche wohl John McCain dazu ermuntern konnte, ähnliches für ihn zu tun? Und von solchen Unterstützern hat Barack Obama hunderte, ja wahrscheinlich tausende die über das ganze Land verteilt Stimmung machen für den Umschwung.



Mehr als deutlich wird dieser Umstand auch auf der Micro-Blogging-Seite Twitter. Barack Obama spielt hier, verglichen Mit McCain in einer anderen Liga. Er wird diskutiert wie kein anderer und verfügt über Tausende, die ihm über diesen Dienst von den Lippen ablesen. Überdeutlich wird dies in der nächsten Grafik, die die Anzahl der Nennungen des Namens des Kandidaten im Rahmen von Twitter-Posts während der letzten Woche abbildet.

Barack Obama

Meiner Einschätzung nach haben Soziale Medien den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl 2008 entscheidend mitbestimmt. Obama ist es wie keinem anderen Kandidaten vor ihm gelungen, die Kraft des neuen Internets für sich und seine Kampagne zu nutzen. Wie immer seine Performence als US-Präsident auch aussehen wird, der Stil und die MIttel seiner Kampagne werden als Best Practice nachwirken und zukünftige Wahlkämpfe, wo auch immer sie stattfinden, entscheidend beeinflussen.

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Dienstag, 28. Oktober 08

Die Web Zukunft ist jetzt!

Es ist immer so eine Sache, sich die Folien auf Slideshare reinzuziehen oder hier den Größen der Branche wie Steve Rubel dabei zuzuhören, wie sie die Zukunft des Webs einschätzen. Ich ertappe mich dann dabei zu sagen, hm... ja eh!, damit aber aus den Augen zu verlieren, dass die Zukunft des Internets nicht morgen oder übermorgen beginnt sondern sich hier und jetzt abspielt. Es ist also völliger Humbug, zu sagen, ja gut, alles Schnickschack, ich warte mal ab und schau mir an was "dann" wirklich wichtig ist von alledem und das tu ich dann halt auch ein wenig. Aber noch nicht jetzt sondern eben dann. Wird wohl früh genug sein... Weit gefehlt! 

Einer dieser Sätze, wohin sich das alles drehen und wenden wird, ist, dass das Internet angeblich mobil sein wird, dass es also nicht mehr bloß am Desktop von der Arbeit oder von zu Hause aus genutzt werden wird sondern von modernen Endgeräten (zB. Mobiltelefonen) aus.

Ja gut. Eh klar eigenlich. Ohne mich hier gähnenderweise als iPhone Freund unter die Leute bringen zu wollen: Der Switch vom Nokia Communicator 9300i auf das iPhone war schon ein ziemlicher Hammer. Warum? Weil er mir genau den oben erwähnten Satz vor Augen führte. Das Internet wird mobil. Ja, klar. Noch nicht morgen und übermorgen..., aber halt! Es ist bereits mobil. Völlig egal ob bereits alle Touristen, die sich heute erfolgreich durch die Salzburger Getreidegasse geschoben haben, über jene Endgeräte verfügen oder nicht. Diese Frage ist natürlich nicht unerheblich. Andererseits kann man nicht auf die frühen Mehrheiten warten, wenn man mit den Augen den Horizont abtastet. Zukunft ist hier, heute und jetzt.

Ein konkretes Beispiel dafür: Google hat - wie ich gerade am Joesonic-Blog lese - eine Anwendung entwickelt, die Google Earth für das iPhone verfügbar macht. Und jetzt sind wir quasi schon mitten drin in der touristischen Praxis. Im Hier und Jetzt sozusagen. Klixi-Klaxi ((c) Markus) wird auf meinem "Handy" nämlich alles verfügbar sein was mich so interessieren könnte, wenn ich mit dem PKW im Urlaub etwas unschlüssig wie immer die Ortseinfahrt passiere. Da steht das komische Infohäuschen (wie immer an den Ortseinfahrten), das stehen die Richtungspfeile zu den Hotels, die mich so gut wie immer überfordern, ist einfach zu viel, wenn man daran mit dem Auto vorbeirollt. Ach ja, und dann hab ich da ja noch mein kleines Telefon, wie immer wir das Teil dann nennen. Ich denke ich werd da mal kurz reinschauen. Ich finde User generierte Inhalte, ja, für viele nicht das Allheilmittel, keine Frage, aber für den buchungswilligen, unschlüssigen und mit von den grünen Taferln überforderten Freizeit-Konsumenten vielleicht genau das richtige. Die Videos, die Bilder die er hier auf seinem kleinen Endgerät in der Tasche mit sich herumträgt, werden für ihn zum Schlüssel zu einer Experience, die er keiner Hotelhomepage, keinem Folder und auch keinem Direkt-Mailing, sondern einzig und alleine sich selbst zu verdanken hat. Ein Umstand, der diesem jemand wahrscheinlich total entgegen kommen wird, weil er keine Pakete sondern in Wirklichkeit Solutions für seine eigene multioptionale Urlaubs-Lebenswelt sucht...

Das Programm ist noch nicht ganz downgeloaded vom Apple App Store. Aber lange wird es wohl nicht mehr dauern und ab sofort bin ich dann einer dieser Verrückten, die mit ihren spacigen Handys (sind sie das denn?) völlig irrationale Urlaubsentscheidungen treffen werden, weil sie auf viele der gängigen Marketing-Kanäle einfach nicht mehr ansprechen (wollen).

US-Wahlkampf: Mobilisierung 2.0


The Great Schlep from The Great Schlep on Vimeo.

Spätestens nach dem Debakel, das Al Gore bei der US-Präsidentschaftswahl im Jahr 2000 im Bundesstaat Florida erleiden musste, ist klar, dass dieser Bundesstaat absolut wahlentscheidend ist. Eine klevere Kampagne, finanziert vom Jewish Council for Education and Research, macht nun auf genau diesen Umstand auf witzige Art aufmerksam. Die Idee: Jugendliche aus ganz Amerika sollen ihre Großeltern in Florida besuchen und sie dazu bringen, am 4. November 2008 Barack Obama zu wählen. Sehr amüsant das ganze. Schade bloß, dass ich keine Großeltern in Florida habe :) Das ganze läuft natürlich über eine Homepage, ein kreatives Online Video (über sieben Mio. mal angesehen) und eine  Seite auf Facebook, die mich gerade als Fan Nr. 24.218 begrüßen durfte. Die Klammer des ganzen ist die Initiative Jewsvote, die nicht mehr und nicht weniger zum Ziel hat, als die tausenden jüdischen WählerInnen Floridas pro Obama zu mobilisieren. via: Florian Klenk

Montag, 27. Oktober 08

Krisen PR der Marke AvW

Es ist immer interessant zu sehen, wie sich Unternehmen in schwierigen Zeiten verhalten. Wenn mal nicht alles glatt geht, wenn die See so richtig aufschäumt. Nicht von irgendwo her gilt die hohe Schule der Krisen Kommunikation als Formel1 des PR-Gewerbes. Jüngst erwischte es ein Kärntner Anlageunternehmen mit klingendem Namen. Die AvW Invest AG.

Die Wogen gingen ganz schön hoch. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft, steht das Unternehmen unter Beobachtung der Finanzmarktaufsicht und überschlagen sich die Medien mit für den Finanzdienstleister ganz übler Berichterstattung. Details zur Talfahrt der AvW finden sich hier, hier, oder auch hier. Rund 12.000 Personen haben Genusscheine des Unternehmens gezeichnet und dafür ca 400. Mio Euro hingeblättert. Ob das Geld nun futsch ist?

Was tun wenn das ganze Gewerbe auf Vertrauen aufsetzt, wenn jede kommunikative Handlung darauf ausgerichtet war bzw. hätte sein sollte, dieses Vertrauen bei den Anlegern zu hegen, zu pflegen und zu rechtfertigen? Der Vorsitzende der AvW Gruppe, Dr. Auer von Welsbach, richtete sich mit folgendem Video-Statement, das auf der Unternehmensseite online gestellt wurde, an die staunende Menge. Wer das Video hier findet bekommt übrigens 100 Punkte. Es ist so gut versteckt und als Video gar nicht erkennbar, dass man beinahe hellseherische Kräfte benötigt, um es zu finden. Aber YouTube sei dank! Haben jetzt alle was davon.

Wenigstens der Link auf das Auer von Welsbach Museum und das CSR-Programm des Unternehmens sind auf der Homepage des Unternehmens noch gut sichtbar. Obwohl, wen interessiert das jetzt noch?!

Nachschlag: Ob sich die AvW-Anleger ein wenig Dialog, Austausch, Zuhören, Abschimpfen, verdient hätten. Wenn schon nicht über die Konzernhomepage so doch zumindest über die Kommentarfunktion von YouTube? Geschenkt!

Netzausfall: A1 im Online Gespräch

Aufgemalen möchte ich derzeit nicht sein in den Callcentern oder in der Konzernkommunikation des größten Österreichischen Mobilfunkbetreibers A1. Das werden die Leitungen ganz schön glühen, sofern sie das überhaupt tun, kursiert derzeit doch die Information, dass das Netz für kurze Zeit sogar ganz abgeschaltet werden muss. Das ist ganz schön blöd für die Österreichische Nr. Eins, die werblich nicht müde wird, zu betonen, sie hätte das stärkste, leistungsfähigste und breiteste Netz. Aber von dem mal abgesehen. Passieren kann so etwas immer. Wie aber geht man mit solchen Kommunikationsfällen um oder besser, wie könnte man damit umgehen? Während es Ö1 und die Bloggosphähre von den Dächern zwitschert ist vom Netzausfall auf der offiziellen Homepage von A1 noch nichts zu lesen und pennt auch ORF online noch (11.31Uhr). Mal sehen ob sich hier insbesondere von offizieller Seite her bald etwas tut. Was das sein könnte? Ein Pop-Up "wir bedauern", ein Online Video wie es diese Kärntner Pleitefirma kürzlich getan hat, vielleicht sogar oder eine Dark-Site..?

Telecom

Derweil sickern die Info vom Totalausfall schon mal in den Longtail (Was meint das Konzept des Longtails? Info dazu auf Wikipedia) und wird hier noch auf Jahre hin sichtbar sein. Dafür wird nicht zuletzt die Konkurrenz am tranditionell heiß umkämpften Österreichischen Telekom-Markt sorgen. In den Foren wird zum heutigen Blackout ebenfalls bald kräftig die Post abgehen. Der Effekt - Stichwort: nachwirkende Info auf entsprechende Suchanfragen zB "A1 + Meinung" wird der gleiche sein. Keine leichte Aufgabe für die Unternehmenskommunikation, die in diesen Minuten aber wohl ganz andere Sorgen haben wird. Aber so ist es in Zeiten wie diesen. Unternehmen sind im onine Gespräch und Information, gute wie schlechte, verteilt sich immer stärker auch abseits eingetretener Pfade. Dafür aber mit nie gekanntem Speed.

Nachtrag: Na wer sagt's denn? Die Wahl der Telekom fiel also auf das gute alte Pop-up. Aufmerksam geworden darauf bin ich übrigens hier.

A1 Netzausfall

Donnerstag, 09. Oktober 08

Digitales Geschichtenerzählen (2)

Der Yosemite Nationalpark gilt mir Fug und Recht als einer der beeindruckendsten Parks dieser Erde. Tausende Menschen pilgern jedes Jahr in den Kalifornischen Park der Superlative. Und wer sich ein wenig für das Thema Klettern interessiert, der weiß ohnehin was es geschlagen hat, wenn ehrfurchtsvoll die Namen einiger hier beheimateten Berge bzw. Kletterrouten wie "The Nose" oder "El Capitan" ausgesprochen werden. Der Park ist bekannt und um die Besteigung dieser Granit-Riesen ranken sich so viele Mythen und Diashows erfolgreicher Kletterer, dass sich die Parkverwaltung eigentlich gar keine Sorgen machen müsste, die Geschichte des Parks erst gar nicht für die Internetgemeinde aufbereiten müsste. Tut sie aber trotzdem. Warum? Weil es wichtig ist, das zu transportieren, was man hat oder besser gesagt, was es vor Ort zu entdecken respektive zu konsumieren gilt. Und was "fährt" hier wohl besser als ein Bild. Wo dieses doch - das wissen wir schon seit 100 Jahren - mehr sagt als viele Worte. Bild ist in diesem Fall aber ein wenig zu kurz gegriffen, handelt es sich doch um hochauflösende Panoramabilder, mit denen man alles, was den Park zum Park der Parks macht, eingefangen und damit erlebbar machte.

Georg hat mich auf das Yosemite Extreme Panoramic Imaging Project hingewiesen, das Greg Stock, seines Zeichens Geologe der Parkverwaltung, Eric Hanson, CEO von xRez Studio Inc. und Greg Downing gemeinsam mit 45 Freiwilligen hochgezogen haben (hier die Flickr-Gallery vom Shooting).

Bei mir auf Safari ging erst mal gar nichts, weil die Anwendung Microsoft Silverlight 2 (Download-Page) voraussetzt. Am Firefox funktionierte es dann einwandfrei. Am Internet Explorer dürfte es also überhaupt keine Zores geben. Für die die sich das Programm hier herunterladen eröffnet sich dann aber eine Welt, wie wirklich sensationell ist. Man kann fast so weit ins Bild hineinzoomen, dass man den Gesichtsausdruck des Kletterers im 10. Schwierigkeitsgrad erkennen kann, der einsam die Wand durchklettert. Natur pur.

Yosemite Nationalpark

Hier gibts einen kleinen Panoramaflug rein in die Wand. Just for fun :)


Mittwoch, 08. Oktober 08

Forenkommunikation im Grenzbereich

Ich muss wieder mal was loswerden. Oft ist das Bloggen eine Qual und dann mach ich es einfach nicht über ein paar Tage. Jetzt aber muss ich es tun. In Vorbereitung auf die BÖTM Session in Bad Gastein klicke ich mich gerade durch die Foren auf Tripadvisor. Und es ist ist befremdlich, was mir hier alles unterkommt. Das hat jetzt weniger mit Tourismusmarketing zu tun als vielmehr mit Dialogmarketing, Forenkommunikation und eRelations. 

Da erblöden sich doch einige mit irgendwelchen virtuellen Menschen Gespräche zu führen und meinen, das würde niemand mitbekommen, weil Internetuser sowieso gleich reagieren wie das alte Mutterl vor der ZiB1, für das sowieso alles wahr ist, was ein TV-Moderator von sich gibt. Da gibt es auf Tripadvisor andere, die angeblich zufällig in Graz waren und sich die Stadt angesehen haben, die aber auch zufällig in Spanien oder zufällig in Zagreb waren und darüber jetzt auf Tripadvisor ein Gespräch lancieren. Vielleicht weil sie damit Geld verdienen oder sich auf die billige Art ein paar Showcases besorgen. Oder es handelt sich dabei nur um gute Menschen, die am schnöden Mammon kein Interesse haben. Warum aber dann Google Adwords?!

Micht kotzt das so was von an. Da gibt es Marketer die nun das Internet für sich entdeckt haben und ihren garnierten Bockmist in den Longtail pumpen bloß um ein paar Deppen zum Klicken zu bringen. Da gibt es Agenturen und absonderliche Berater, die sich rühmen 100 Fake-Accounts auf Facebook und Myspace zu haben. Na super aber auch! Geht eh rein darum, möglichst viele Freunde zu haben. Wer wird denn so blöd sein und Gespräche führen, wer denn so verblendet, potentielle Kunden oder Gäste online abzuholen? Die lullen wir doch viel lieber mit hanebüchen gefakten Scheinkonversationen ein, die wir unseren Kunden und Vorgesetzten dann am Silbertablett präsentieren können. Eine Frechheit ist das! Nieder mit allen die derlei "Konversationsmarketing" betreiben. Nieder mit Plattformen, die dagegen nichts unternehmen und nieder mit Autraggebern, die solcherlei Mist verlangen!

Ach ja: Scheinkonversationen und Forenkommunikation der Marke gibt es natürlich auch im Guten alten Österreich. Ein Blick ins Österreichforum auf Tripadvisor reicht dazu vollkommen. Wenn andere das Social Web als Müllhalde für ihre umgeschriebenen Presseaussendungen missverstehen, soll das von mir aus so sein. Heiß wird mir lediglich dann, wenn mir Gespräche vorgegaukelt werden, die so nie und nimmer stattgefunden haben sondern einzig und alleine aus den weichgekoksten Hirnen irgendwelcher Social- Online- oder whatever! Marketingtypen stammen.

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Mittwoch, 01. Oktober 08

Digitales Geschichtenerzählen (1)

Ich bin noch immer fix und fertig von Gary Vaynerchuks Keynote anlässlich der Web 2.0 Expo in NY. Wobei fertig... In Wirklichkeit bin ich hin und weg von den Botschaften dieses Bühnen Genies. Die da wären: Schmeiß deinen Job hin wenn er dir keinen Spaß mehr macht. Hör' auf Fernzusehen! Mach dinge die dir Freude bereiten. Sei du selbst, auch wenn es um Marketing und Business geht. Große Todo's allesamt. Aber wie sagt ein Freund manchmal so treffend: Einfach machen!

Einfach machen. Das trifft auch auf eine 180 Mitarbeiter Firma in den USA namens Blendtec zu. Zusetzt wieder fiel mir das auf, als ich gestern in einem großen Elektromarkt weilte und mir in der Küchengeräteabteilung (jaja jetzt ist es raus mein kleines schmutziges Geheimnis...) die neuesten Gerätschaften anschaute. Kenwood, Bosch, Philips und Tefal stand auf den schmucken Mixern. Nur eine Marke ging mir ab: Blendtec. 



Aber im Vertrauen: Sollte ich mir irgendwann mal einen Mixer kaufen, dann wird er mit ziemlicher Sicherheit genau von dieser Firma stammen. Warum? Weil ich ganz heiß bin auf diese Dinger. Warum noch? Weil des davon Videos gibt, die auf einfache und kurzweilige Art und Weise erzählen, wie gut die Mixer von Blendtec wirklich sind. Und warum noch? Weil mir Blendtec Geschichten ins Hirn impfte, die ich mir auf Anhieb merken und mit anderen teilen konnte. Schönes iPhone hast du da. Aber kennst du schon das Video, in dem es zerkleinert wird..? 

Blendtec bzw. die berühmt gewordenen Videos der Firma sind auch deshalb so interessant, weil sie unglaubliche Mundpropaganda erzeugen konnten. Über fünf Mio. mal etwa wurde das iPhone Video auf YouTube angesehen. Die wirkliche Geschichte hinter den verrückten Videos erfuhr ich jedoch erst in Alex Wunschels 182 Blick über den Tellerrand. Unbedingt anhören!

Was mir an Blendtec noch gefällt, ist, dass die Message so denkbar einfach ist. Da zickte kein Marketingteam herum und sagte, "Mach das Logo großer" oder "Wir brauchen noch mehr Botschaft!" Nein. Keines der Videos dauert länger als 90 Sekunden. Warum auch? Die Botschaft ist doch immer die selbe. Die Hauptdarsteller wechseln zwar, mal sind es Golfbälle, mal eine Video Cam, Fernbedienungen oder anderer technischer Schnickschnack (hier die gesamte Liste an geschredderten Dingen) der dem Blender zum Opfer fällt. Und das Ergebnis ist ebenfalls immer das selbe. Der Mixer schafft es! Er hackt alles kurz und klein, was man in ihn hineinsteckt. Wahnsinnig schön umgesetzt, irrsinnig leicht weitererzählbar und deshalb äußerst wirkungsmächtig. Wie sonst bitte würde ich hier dazu kommen, über ein Produktvideo einer tausende Kilometer entfernten Küchengerätefirma zu erzählen?? Meinen Koch-, Küchen- und Backfetisch mal nicht mitgerechnet :)

PS: Wenn ich Alex noch richtig im Ohr habe, steigerte Blendtec den Mixer-Absatz in seinem Onlineshop um satte 400 Prozent. Nicht übel oder?

Online Kommunikation ganz easy

ZEIT online Ed Wohlfahrt

Hören, lesen, teilen, Erfahrungen austauschen, Nutzen stiften. Wie könnte das gehen? Einfach dadurch, dass man sagt, Hallo hier bin ich. Danke, dass sie über uns geschrieben haben. Interessant dieser Bericht, aber kennen Sie schon die Villa Verdin? Oder etwa: Ich war heuer am Millstätter See. Hier sind die Bilder unserer Tour mit der Millstättersee Schifffahrt. Hat großen Spass gemacht... 


Kommunikation in Online Foren muss nicht marktschreierisch sein um Erfolg zu haben. Am Ende dieses Artikels werde ich von einer relevanten Zielgruppe ganz von alleine gesehen. Warum? Weil sich den Artikel online niemand durchgelesen, weil ihn niemand gefunden hat, der sich für das Thema nicht interessiert. Nur wissen muss ich es halt, dass hier etwas für die Marke Kärnten Relevantes veröffentlicht wurde.

Statt dem Marktschreierischen geht es darum, auf Menschen zuzugehen, die einen Urlaub planen oder sich vor dem Losfahren gerade noch ein paar Puzzleteile zusammensuchen, die noch einen letzten Grund benötigen, um am Weg nach Italien oder Kroatien einen Abstecher an einen der schönsten Plätze des herbstlichen Kärntens zu unternehmen. Mit ihnen einen Dialog zu führen, Erfahrungen